Awareness und Austausch im Fokus
11. Vernetzungstreffen der Akademie für Kinder- und Jugendparlamente in Mainz
Vom 24. bis 26. Februar 2026 fand in Mainz das 11. Vernetzungstreffen der Akademie für Kinder- und Jugendparlamente statt. Gastgeber war der rheinland-pfälzische Akademiestandort: das Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz (ism). Die Ansprechpersonen der verschiedenen Standorte kamen zusammen, um sich auszutauschen, aktuelle Themen zu diskutieren und gemeinsam an der Weiterentwicklung ihrer Arbeit zu arbeiten. Einen besonderen inhaltlichen Schwerpunkt bildete das Thema Awareness und diversitätssensible Veranstaltungsplanung.
Bereits am Dienstag startete ein fakultativer Programmteil. Nach der Ankunft und einem gemeinsamen Mittagsimbiss begann der eine Awareness-Fortbildung mit einer externen Referentin. Vorab gab es bereits einen digitalen Teil der Fortbildung, der einen ersten Einstieg bot. Im Mittelpunkt des Präsenzteils stand die Frage, wie Diskriminierungsstrukturen in der Planung und Durchführung von Veranstaltungen erkannt werden können und diesen entgegengewirkt werden kann. Gemeinsam wurden Aspekte der Veranstaltungsplanung und -durchführung mit Blick auf Ableismus, Klassismus, Rassismus, Adultismus und Sexismus beleuchtet und diskutiert, wie eine diskriminierungssensible Bildungsarbeit gestärkt werden kann. Der Tag klang mit einem gemeinsamen Abendessen und Zeit für informellen Austausch aus.
Am Mittwochvormittag wurde die Fortbildung fortgesetzt. Hier lag der Fokus auf der konkreten Umsetzung von Awareness-Konzepten, insbesondere auf der Rolle von Awareness-Teams und der Gestaltung von Awareness-Gesprächen. Die Teilnehmenden konnten dabei praktische Einblicke gewinnen, sich in Rollenspielen ausprobieren und ihre bisherigen Erfahrungen reflektieren.
Am Nachmittag begann der offizielle Teil des Vernetzungstreffens. Nach einer gemeinsamen Begrüßung stand zunächst der Austausch über aktuelle Entwicklungen an den Standorten im Mittelpunkt. In kurzen Beiträgen berichteten alle Akademiestandorte von aktuellen Projekten, Herausforderungen und guten Beispielen aus ihrer Praxis. Deutlich wurde dabei einmal mehr die Vielfalt der Ansätze und Rahmenbedingungen, unter denen Kinder- und Jugendparlamente in den verschiedenen Bundesländern arbeiten.
Im Anschluss wurde der rheinland-pfälzische Standort näher vorgestellt, bevor es in den direkten Austausch mit jungen Menschen ging. So gab es die Möglichkeit, von einem Vertreter des Landesjugendbeirats aufgezeigt zu bekommen, wie Jugendbeteiligung auf Landesebene funktionieren und wie eine Verzahnung mit kommunalen Gremien gelingen kann. Parallel dazu gab es einen Austausch mit einem Mitglied des Dachverband der kommunalen Jugendvertretungen Rheinland-Pfalz über deren Arbeit und die Herausforderungen, denen junge Menschen gegenüber stehen: u.a. zunehmende psychische Belastung, der Umgang mit demokratiefeindlichen Parteien sowie Erwartungen an die Landespolitik.
Der Abend wurde bei einem gemeinsamen Essen in der Mainzer Innenstadt und dem Kennenlernen einer typischen Mainzer Weinstube verbracht. In entspannter Atmosphäre konnten Gespräche vertieft, neue Kontakte geknüpft und Ideen weitergedacht werden.
Der Donnerstag begann mit einem gemeinsamen Rückblick auf die bisherigen Tage sowie einem Austausch über mögliche Perspektiven für die Weiterarbeit der Akademie, da die aktuelle Förderphase im Juni 2027 endet. Anschließend arbeiteten die Teilnehmenden in selbstorganisierten Kleingruppen weiter an aktuellen Themen und konkreten Vorhaben. Dabei wurden Ideen entwickelt, Erfahrungen geteilt und Ansätze für die praktische Arbeit vor Ort geschärft. Unter anderem ging es um die Entwicklung einer Fortbildung für Verwaltungsmitarbeitende, die Erstellung und Aktualisierung von Kinderschutzkonzepten sowie die Planung einer Multiplikator*innenfortbildung für das Entscheidungsspiel „Quararo“, das großen Anklang bei Kidner- und Jugendparlamenten findet.
Zum Abschluss des Treffens kamen noch einmal alle in großer Runde zusammen, um sich über die sehr konkreten Ergebnisse und nächsten Schritte sowie Veranstaltungen zu informieren. Beim gemeinsamen Mittagessen endete das Vernetzungstreffen schließlich. Die Akademie für Kinder- und Jugendparlamente lebt von dieser Zusammenarbeit – entsprechend groß ist die Vorfreude auf die kommenden Treffen und die weitere gemeinsame Arbeit.



