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Jahresbericht 2025 des Akademiestandortes Hamburg

Nach zwei erfolgreichen Jahren gemeinsamer Standortarbeit mit der W3_ – Werkstatt für internationale Kultur und Politik e. V. hat das PLING Kollektiv 2025 die Trägerschaft des Hamburger Standorts für Kinder- und Jugendparlamente vollständig übernommen. In den letzten Jahren wurden wertvolle Grundlagen geschaffen, auf denen wir 2025 weiter aufbauen konnten. Über Kooperationen und aufsuchende Angebote haben wir kommunalpolitische Teilhabe junger Menschen in Hamburg gefördert, bestehende und in Gründung befindliche kommunalpolitische Jugendgremien in Hamburg qualifiziert und weiterentwickelt, vielfältige und inklusive Beteiligungswege geebnet sowie Akteur*innen vernetzt und Beteiligung sichtbar gemacht.

Kommunalpolitische Teilhabe junger Menschen in Hamburg fördern

Da in Hamburg weiterhin nur wenige dauerhaft verankerte Jugendgremien existieren, lag ein Schwerpunkt unserer Arbeit 2025 darauf, Jugendliche in ihren Beteiligungsrechten zu stärken und sie für kommunale Beteiligungsformate zu qualifizieren.

Mit einem neuen Gremium, das sich aus dem Fast Forward Future Schüler*innen Kongress gebildet hat wurde zu Jahresbeginn eine erste Qualifizierungsmaßnahme gestartet. Im Workshop „Wie entwickle ich politische Forderungen?“ lernten Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren, ihre Anliegen zu formulieren, zu priorisieren und im Rahmen eines parlamentarischen Frühstücks überzeugend zu präsentieren. Methoden wie die Schneeballtechnik oder Placemats halfen dabei, ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln und politische Forderungen klar zu strukturieren.

In der Qualifizierung „SolidarICH- Macht erkennen – Mitbestimmung stärken“ in Kooperation mit Starke Demokratie e.V. setzten sich kommunalpolitische engagierte junge Menschen mit Machtstrukturen und ihren Auswirkungen auseinander. Wo begegnen Diskriminierung und Ungleichheiten? Wie können sich Jugendlichen vernetzen und gemeinsam arbeiten, um sich für mehr Mitbestimmung einzusetzen?

Wie schon im Vorjahr fand auch 2025 ein Aktionstag zum Tag der Kinderrechte in der Kunsthalle statt. Unter dem Motto „Mitreden in Hamburg: Wo geht das? Und wie?“ wurden in Zusammenarbeit mit der Diakonie Hamburg und der Kunsthalle Hamburg verschiedene Workshops angeboten in denen Schüler*innen aus vier Schulklassen ihre bisherigen Beteiligungserfahrungen reflektierten und gemeinsam erarbeiteten, welche Formen der Mitgestaltung sie sich für Hamburg und ihren Bezirk wünschen. Dabei wurde auf vielfältige Methoden zurückgegriffen, wie die Arbeit mit Knete und Klemmbausteinen oder das Erstellen von Collagen. Die Ergebnisse wurden zum Tag der Kinderrechte kommuniziert.

Kommunalpolitische Jugendgremien in Hamburg qualifizieren und weiterentwickeln

Auch in diesem Jahr konnten wir bestehende und neu entstehende Jugendgremien qualifizieren und begleiten, nicht zuletzt durch die in einem Pilotprojekt neu entstehenden Kinder- und Jugendbeiräte (KJB) in den Bezirken Wandsbek und Altona.

In der Maßnahme „Einführung in kommunale Strukturen und Ausschussarbeit“ wurden Jugendliche der Begleitgruppe des entstehenden KJB Altona gezielt auf ihre zukünftige Rolle vorbereitet. Neben einer Einführung in Aufgaben und Arbeitsweisen von Bezirksversammlungen und Ausschüssen entwickelten die Jugendlichen eigene Visionen jugendgerechter Beteiligungsstrukturen, die sie mithilfe von Klemmbausteinen modellhaft darstellten.

Außerdem begleiteten wir die jugendlichen Begleitgruppen der entstehenden Kinder- und Jugendbeiräte in Altona und Wandsbek. In den Workshops „Demokratische Entscheidungsfindung in Jugendgremien“ lernten die Jugendlichen verschiedene Entscheidungsverfahren kennen und erprobten diese mithilfe des Lernspiels QUARARO. Das gewählte Format wurde von den Teilnehmenden sehr positiv aufgenommen. Diese hoben hervor, nun ein tieferes Verständnis für demokratische Prozesse und Formen der Entscheidungsfindung zu haben und diese auch bei der zukünftigen Gremiumsarbeit anwenden zu wollen.

Ein weiterer Schwerpunkt in Rahmen der Arbeit mit den Begleitgruppen der zukünftigen Kinder- und Jugendbeiräte in Altona und Wandsbek lag auf der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. In Kommunikationsworkshops entwickelten die Jugendlichen Kommunikationsziele, gestalteten ein eigenes Logo und setzten ihre Ideen direkt um, indem sie eine Website und einen Instagram-Account erstellten. Die Kommunikationskanäle werden eigenständig betreut und sollen auch in der zukünftigen Arbeit des KJB genutzt werden:
https://kjb-wandsbek.de
https://kjb-altona.de

Vielfältige und inklusive Beteiligungswege ebnen

Wie bereits im Vorjahr war es uns ein Anliegen durch kreative und inklusive Formate eine vielfältige Zielgruppenansprache zu ermöglichen und niedrigschwellige Zugänge zu politischer Bildung und Beteiligung sicherzustellen.

Im Rahmen der LesungWas bewegt unsere Generation?“ erhielten Jugendlichen und Multiplikator*innen aus dem Bezirk Altona, in Zusammenarbeit mit JugendAltona, die Möglichkeit, sich über persönliche und gesellschaftliche Themen auszutauschen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Nach einem kurzen Austausch im Rahmen eines Speed-Dating Formats präsentierten neun Jugendliche Texte und Musik, in denen sie ihre Perspektiven und Erfahrungen teilten. Ziel war es, das Jugendforum sichtbarer zu machen, neue Mitglieder zu gewinnen und über einen kreativen Ansatz den Austausch im Stadtteil zu stärken.

Ein besonderes Format war der inklusive Workshop „Deine Stadt, deine Ideen“, der gemeinsam mit Leben mit Behinderung und dem Urbaneo durchgeführt wurde. Jugendliche mit Behinderung entwickelten an vier kreativen Stationen Ideen für ihren Stadtteil und ihr Leben in Hamburg. Die Ergebnisse flossen in die Jugendkonferenz von Leben mit Behinderung im September ein. Auch zukünftig sollen gemeinsam mit Leben mit Behinderung weitere Maßnahmen angeboten werden, um die in kommunalen Beteiligungsgremien oft unterrepräsentierten Jugendlichen mit Behinderung weiter zu unterstützen und zu qualifizieren. Der Workshop wurde im Rahmen eines Beitrags vom Hamburg Journal medial begleitet: https://www.ardmediathek.de/video/hamburg-journal/workshop-jugendliche-mit-behinderung-gestalten-die-stadt/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS85MzhkMGQ4Yi1mNmY1LTQ1NGEtOTJmZS1kNTI1MTFlNWRiN2U

Akteur*innen vernetzen und Beteiligung sichtbar machen

Während der Hamburg Sustainability Week fand eine zweitägige Maßnahme statt, in der Jugendliche der Fast-Forward-Future-Gruppe auf Hamburger Politiker*innen trafen. Nach einer digitalen Vorbereitung, in der Themen gesammelt und Forderungen formuliert wurden, diskutierten die Jugendlichen mit politischen Vertreter*innen in der Handelskammer über die strukturelle Beteiligung junger Menschen auf kommunaler Ebene. Im Zentrum standen dabei vor allem die Forderungen nach dauerhaft verankerten Jugendgremien, um die Beteiligung junger Menschen fortwährend garantieren zu können. Beide Seiten konnten von dem offenen und wertschätzenden Austausch profitieren.

Auch in den Perspektivworkshops in Wandsbek und Altona, bei denen Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung und Fachpraxis zusammenkamen, standen Vernetzung und Austausch im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden lernten die Qualitätskriterien von Kinder- und Jugendbeiräten des Deutschen Kinderhilfswerkes kennen und diskutierten anschließend über mögliche Herausforderungen für die zukünftigen, in den Bezirken entstehenden, Kinder- und Jugendbeiräte. Aus der erfreulich hohen Anzahl an Teilnehmenden konnte pro Bezirk eine Begleitgruppe gebildet werden, die als Pendant zur jugendlichen Begleitgruppe fungiert. Sie soll diese sowohl bei der Implementierung als auch bei zukünftigen Aufgaben durch ihre fachlichen Perspektiven und Vernetzungen im Bezirk unterstützen. Für 2026 sind erste Kennlern- und Vernetzungstreffen geplant.

Engagement sichern und Jugendgruppen langfristig begleiten

Vor dem Hintergrund der sich verändernden Beteiligungsstrukturen in Hamburg rückte zudem die Frage in den Fokus, wie bestehende Jugendgruppen ihr Engagement und ihre Beteiligung langfristig sichern können.

Mit dem Jugendparlament Horn konnte die Zusammenarbeit weitergeführt werden. Die Mitglieder kamen auf uns zu, um neue Impulse für ihre Arbeit auszuarbeiten. Im WorkshopJuPa Horn 2.0“ wurden zentrale Herausforderungen gesammelt und mithilfe der Qualitätskriterien des DKHW konkrete Schritte für die Weiterentwicklung des Gremiums erarbeitet. Geplant wurden unter anderem ein Get Together mit Politik und Verwaltung zur stärkeren strukturellen Verankerung, sowie eine Jugendveranstaltung zur Gewinnung neuer Mitglieder.

Im Workshop „Engagement aufrecht erhalten!“ arbeiteten die Mitglieder von JugendAltona an ihrem Selbstverständnis im Verhältnis zum entstehenden KJB Altona, definierten Bedarfe für 2026 und planten eine Aktion für die im Jahr 2026 anstehenden Aktionswochen gegen Rassismus.

Ausblick: Nachhaltige Strukturen für kommunalpolitische Kinder- und Jugendbeteiligung schaffen und vernetzen!

2026 möchte das PLING Kollektiv für politische Bildung auf den bisherigen Aktivitäten des Hamburger Akademiestandorts aufbauen. Ziel ist weiterhin, die Kinder- und Jugendbeteiligungsstrukturen in Hamburg zu stärken, bestehende Jugendgremien in ihrer Arbeit zu unterstützen und die Vernetzung von Initiativen, Gremien, Akteuren und Angeboten weiter voranzutreiben. Diese Ziele möchten wir insbesondere über die Stärkung der beiden neu zu gründenden Kinder- und Jugendbeiräte sowie die Vernetzung dieser untereinander und mit weiteren Strukturen und Akteuren in Hamburg erreichen.