Jahresbericht 2025 des Akademiestandortes Mecklenburg-Vorpommern
Als Standort der Akademie für Kinder- und Jugendparlamente in Mecklenburg-Vorpommern blicken wir auf ein spannendes und sehr erfolgreiches Jahr 2025 zurück.
2025 war ein entscheidendes Jahr für die Kinder- und Jugendbeteiligung in Mecklenburg‑Vorpommern. Mit dem seit April 2024 geltenden Kinder- und Jugendbeteiligungsgesetz verfügt das Land erstmals über einen verbindlichen politischen Rahmen, der Beteiligung nicht mehr vom guten Willen Einzelner abhängig macht, sondern als demokratische Pflichtaufgabe definiert. Ein Jahr nach Inkrafttreten zeigt sich deutlich: Das Gesetz wirkt – und es verpflichtet.
Beim landesweiten Fachaustausch diskutierten rund 50 Fachkräfte aus Verwaltung, Politik und Jugendhilfe, wie sich das Gesetz in der Praxis auswirkt. Die Rückmeldungen machen klar: Kommunen brauchen Ressourcen, Qualifizierung und klare Zuständigkeiten, um Beteiligung nicht nur zu ermöglichen, sondern verlässlich umzusetzen. Beteiligung ist kein Zusatz, sondern demokratische Infrastruktur.
Mit inzwischen 57 aktiven oder entstehenden Kinder- und Jugendbeteiligungsgremien wächst die Beteiligungslandschaft im Land weiter. Die Akademie und das Beteiligungsnetzwerk des Landesjugendrings M-V unterstützen diese Entwicklung durch Qualifizierung, Beratung und Vernetzung. Besonders bedeutsam ist die zunehmende soziale und kulturelle Vielfalt der Gremien. Sie zeigt, dass Beteiligung dann gelingt, wenn Strukturen inklusiv gestaltet werden und junge Menschen unabhängig von Herkunft, Bildungsweg oder Lebenslage Zugang erhalten.
Unsere Angebote für junge Menschen – von Kommunalpolitik über Projektmanagement bis hin zu demokratischen Grundlagen – stärken sie darin, ihre Rechte wahrzunehmen und politische Prozesse aktiv mitzugestalten. Gleichzeitig bleibt die Frage der Erreichbarkeit eine politische Herausforderung: Beteiligung braucht Mobilität, Zeit, Räume und Unterstützung.
Auch für Fachkräfte wurden 2025 zahlreiche Qualifizierungen angeboten, die verdeutlichen, dass Beteiligung nur dann wirksam ist, wenn Verwaltung und Politik bereit sind, ihre Arbeitsweisen zu öffnen und junge Menschen als politische Akteur*innen ernst zu nehmen.
Ein politischer Höhepunkt war die 3. Konferenz der Kinder- und Jugendparlamente im Schweriner Landtag. Junge Menschen aus ganz MV diskutierten mit Abgeordneten über Gesetzesumsetzung, Mitgliedergewinnung, Neutralitätsgebot, Öffentlichkeitsarbeit und Selbstfürsorge. Die Konferenz zeigte eindrucksvoll: Junge Menschen haben klare Erwartungen an politische Entscheidungsträger*innen – und sie artikulieren sie selbstbewusst.
Beim 10. KiJuPaRaBe, dem Vernetzungstreffen der der Kinder- und Jugendparlamente, -räte und -beiräte in Salem standen Themen wie Diskriminierung, Rechtsextremismus, Sexismus, Satzungsarbeit und Finanzierung im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden machten deutlich, dass Beteiligung nicht im luftleeren Raum stattfindet, sondern in einer Gesellschaft, die von Polarisierung, Ungleichheit und demokratischen Herausforderungen geprägt ist.
Der Fachtag Diversität unterstrich, dass echte Beteiligung nur gelingt, wenn Barrieren abgebaut und unterschiedliche Lebensrealitäten anerkannt werden. Themen wie Neurodiversität, Armut, Gender- und Queer-Sensibilität sowie Migrationsgeschichte gehören heute zwingend zur politischen Arbeit mit jungen Menschen.
Auf Landesebene sind wir aktiv in den Prozess der Enquete-Kommission „Jung sein in MV“ eingebunden und erwarten 2026 Ergebnisse, die politische Weichen für die kommenden Jahre stellen werden.
Mit der Gründung des Dachverbandes der Kinder- und Jugendbeteiligungsgremien MV im Oktober 2025 hat sich zudem ein starkes Sprachrohr junger Menschen formiert, das wir aktiv in weitere Planungen der Akademie einbeziehen.
2026 – ein Wahljahr – wird zeigen, wie ernst Politik und Verwaltung die Beteiligungsrechte junger Menschen nehmen. Klar ist: Demokratie braucht junge Stimmen. Und junge Menschen brauchen Strukturen, die ihnen zuhören, sie einbeziehen und ihnen echte Mitgestaltung ermöglichen.
Wir danken allen Partner*innen und Engagierten, die sich dafür einsetzen, dass Kinder- und Jugendbeteiligung in Mecklenburg‑Vorpommern nicht nur gesetzlich verankert, sondern politisch gelebt wird.








