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Jahresbericht 2025 des Akademiestandortes Nordrhein-Westfalen

Im vergangenen Jahr haben wir unsere Arbeit zur Stärkung der kommunalen Kinder- und Jugendbeteiligung in Nordrhein-Westfalen weitergeführt und ausgebaut. Als Akademie für Kinder- und Jugendparlamente in Nordrhein-Westfalen war es uns wichtig, junge Menschen mit abwechslungsreichen und praxisnahen Angeboten zu begleiten, ihnen Orientierung zu geben und sie darin zu bestärken, ihre eigenen Anliegen zu formulieren und sich aktiv in politische Prozesse vor Ort einzubringen.

Ein zentraler Schwerpunkt unserer Arbeit lag auf der Durchführung von rund 20 Workshops mit Kindern und Jugendlichen aus ganz Nordrhein-Westfalen. Die Teilnehmenden kamen aus Kinder- und Jugendparlamenten, Jugendforen sowie weiteren Beteiligungsformaten. Was sie alle verband, war die Neugier darauf, Demokratie und Kommunalpolitik nicht nur erklärt zu bekommen, sondern selbst zu erleben und mitzugestalten. Die Vielfalt der Gruppen brachte viele unterschiedliche Perspektiven zusammen und machte den Austausch über kommunale Grenzen hinweg lebendig und bereichernd.

Inhaltlich haben wir unsere Workshops eng an den Fragen und Bedarfen der jungen Engagierten ausgerichtet. Einen wichtigen Baustein bildete dabei der Einstieg in die ehrenamtliche Arbeit im Kinder- und Jugendparlament. Gerade neue Mitglieder unterstützten wir dabei, ihre Rolle zu finden, Abläufe zu verstehen und Sicherheit in ihrem Engagement zu gewinnen. Im Mittelpunkt standen ganz praktische Fragen: Was bedeutet es, ein Mandat zu haben? Wie lassen sich die Interessen anderer vertreten? Und wie gelingt eine gute und verlässliche Zusammenarbeit im Gremium?

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit waren kommunalpolitische Entscheidungsprozesse. In interaktiven und praxisnahen Formaten vermittelten wir, wie politische Entscheidungen auf kommunaler Ebene entstehen, welche Akteur*innen daran beteiligt sind und an welchen Stellen Kinder und Jugendliche Einfluss nehmen können. Mit Planspielen, Rollenspielen und Beispielen aus den eigenen Kommunen machten wir politische Strukturen greifbar und bauten Hemmschwellen gegenüber Politik ab. Unser Ziel war es, politische Bildung mit konkreter Handlungskompetenz zu verbinden.

Besondere Aufmerksamkeit widmeten wir außerdem der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und demokratiefeindlichen Tendenzen. In einem geschützten Rahmen setzten wir uns gemeinsam mit den Teilnehmenden mit unterschiedlichen Erscheinungsformen auseinander, ordneten diese ein und entwickelten Strategien für einen klaren, demokratischen Umgang. Dabei war uns ein sensibler und altersgerechter Zugang besonders wichtig.

Ergänzt wurden diese Themen durch vielfältige Skill-Trainings, die für eine erfolgreiche Gremienarbeit unerlässlich sind. Dazu gehörten unter anderem Kommunikations- und Moderationstrainings, Grundlagen des Projektmanagements sowie Methoden zur konstruktiven Konfliktlösung. Die Jugendlichen konnten ihre persönlichen Fähigkeiten weiterentwickeln und erfuhren, wie entscheidend klare Kommunikation, gute Planung und verlässliche Zusammenarbeit für nachhaltige Beteiligungsprozesse sind.

Über die einzelnen Workshops hinaus verstanden wir uns auch als Plattform für Vernetzung und Austausch. Viele Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, andere engagierte junge Menschen aus verschiedenen Kommunen kennenzulernen, Erfahrungen zu teilen und voneinander zu lernen. Dieser Austausch über die eigene Kommune hinaus stärkte das Gemeinschaftsgefühl und brachte neue Impulse für die Arbeit vor Ort.

Insgesamt hat uns das vergangene Jahr erneut gezeigt, wie wichtig kontinuierliche Begleitung, Qualifizierung und Motivation für eine lebendige Beteiligungskultur sind.