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Kinder- und Jugendparlamente gut begleiten - digitale Fortbildungsreihe für Fachkräfte

Die Fortbildungsreihe wird im Jahr 2026 fortgesetzt. Weitere Infos: https://kijupa.adb.de/kijupa-fobi26/

Fortführung der Fortbildungsreihe in 2025

Wer ein Kinder- und Jugendparlament – oder äquivalent ein Jugendgremium, ein Jugendforum, einen Jugend(bei)rat – als hauptamtliche Fachkraft begleitet, der*die hat nicht nur ein vielfältiges Arbeitsfeld, sondern ist auch häufig alleine oder ganz neu in der kommunalen Verwaltung oder Jugendarbeit für das Gremium zuständig. Manchmal geht es um ganz praktische Fragen zu Methoden, Wahlverfahren oder rechtlichen Grundlagen – manchmal geht es um die eigene Rolle und Fragen der Arbeitsorganisation. Mit der digitalen Fortbildungsreihe unterstützt die Akademie für Kinder- und Jugendparlamente, Antworten auf diese Fragen zu finden, und gibt Impulse und Anregungen für die Arbeit mit.

Nachdem die Fortbildungsreihe für Begleitkräfte von Kinder- und Jugendparlamenten im vergangenen Jahr sehr gut angenommen wurde, bietet die Akademie für Kinder- und Jugendparlamente ab dem 9. April 2025 (9 bis 10.30 Uhr) im Rahmen von zehn weiteren digitalen Termine Räume für Austausch, Vernetzung und Diskussion an. Eine kleine Änderung gibt es: Statt 60 Minuten sind die Sessions nun 90 Minuten lang und beinhalten neben konkreten Inputs und interaktiven Elementen nun auch eine digitale Dokumentation.

Auch in diesem Jahr sind die Themen praxisorientiert und vielfältig: Wie kommt ein Kinder- und Jugendparlament zu Entscheidungen? Wie können aktivierende und attraktive Beteiligungsformate gestaltet werden? Was heißt “Repräsentativität” oder “Neutralität” eigentlich für Kinder- und Jugendparlamente? Wie können Engagierte Wertschätzung für ihre Arbeit erfahren? Wie gelingt Kinder- und Jugendbeteiligung im ländlichen Raum? Der rote Faden, der sich durch alle Sessions zieht: Was bedeutet politische Bildung im Kontext von Beteiligung durch und in Kinder- und Jugendparlamenten?

Die Reihe richtet sich an alle, die als haupt- oder ehrenamtliche Fachkraft ein Kinder- und Jugendgremium begleiten, sei es aus der Verwaltung heraus oder aus der Jugendarbeit. Eingeladen sind sowohl Personen, die bereits letztes Jahr an der Fortbildungsreihe teilgenomen haben als auch diejenigen, die bisher nicht dabei waren. Die Anmeldung erfolgt für jede Veranstaltung separat, eine Teilnahme ist an einzelnen, mehreren oder allen Sessions möglich. Alle Termine und Themen werden nach und nach hier und auf der Instagramseite @starke.kinder.jugendparlamente veröffentlicht.

Zielgruppen: Begleitkräfte für Kinder- und Jugendparlamente, Jugendgremien und alle politischen Beteiligungsformate, Fachkräfte aus der Verwaltung und Jugendarbeit, die für Kinder- und Jugendparlamente zuständig sind

Format: Zoom-Sessions (90 Minuten)

Kosten: keine

vergangene Termine

Die Fortbildungsreihe wird im Jahr 2026 fortgesetzt. Weitere Infos unter https://kijupa.adb.de/kijupa-fobi26/.

Insgesamt wurden 2025 an zehn Terminen die folgenden vielfältigen Themen und Fragen beleuchtet:

Mehrheitsentscheidung – ist der Klassiker immer die beste Wahl? Und was ist mit denen, die nicht der Mehrheit angehören und ihre Perspektive nicht einbringen können? In der ersten Session werfen wir einen Blick auf unterschiedliche Entscheidungsformen und ihren Mehrwert für Gruppen und ihre Arbeitsweisen. Wir spielen das interaktive Entscheidungsspiel Quararo an, mit dem Entscheidungsprozesse für Jugendliche erlebbar gemacht werden können.

Expertinnen: Ann-Kathrin Leide (Internationales Forum Burg Liebenzell, Akademiestandort Baden-Württemberg) & Juli Krolop (Institut für Jugendarbeit Gauting, Akademiestandort Bayern)

Begleitkräfte für KiJuPas kommen aus unterschiedlichen Tätigkeits- und Berufsfeldern. Aus diesen bringen sie jeweils ein eigenes Professionsverständnis mit, wenn sie mit und für Kinder- und Jugendparlamente arbeiten. Manche verstehen sich als Übersetzer*in zwischen Verwaltung, Politik und Jugendparlament, andere übernehmen die Büro- und Organisationsarbeit im Hintergrund und manche vertreten das KiJuPa aktiv bei Terminen und Besprechungen mit der Politik. Viele fühlen sich aber auch “zwischen den Stühlen” und müssen ihre Rolle als begleitende Fachkraft immer wieder neu finden – auch und vor allem mit Generationenwechseln in den KiJuPas. Was hilft Fachkräften dabei, ihre Rolle zu definieren, eine Haltung zu entwickeln und das Aufgabenfeld für sich und andere abzustecken? Welche Kompetenzen braucht es?

Experte: Janis Fifka (Akademiestandort Berlin)

Mehr als „Danke“: Wertschätzung für Engagierte in KiJuPas

Kinder und Jugendliche, die in einem Kinder- und Jugendparlament aktiv sind, tun dies in ihrer Freizeit. Sie verbringen viel Zeit an Nachmittagen, Abenden und an Wochenenden mit Sitzungen, mit Veranstaltungen und damit, die Interessen von jungen Menschen in teilweise komplexe kommunalpolitische Angelegenheiten einzubringen. Wer schenkt ihnen Anerkennung und Wertschätzung für dieses besondere Engagement? Was erwarten Ehrenamtliche in KiJuPas von ihren Begleitkräften, was von Politik und Verwaltung? Und: Werden engagierte Kinder und Jugendliche anders behandelt als Erwachsene, die sich ehrenamtlich einbringen (z.B. durch Aufwandsentschädigungen)?

Expertin: Nadia Lazar, Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung Baden-Württemberg

Kein Ort für Neutralität – KiJuPas als Räume demokratischer Teilhabe

Immer wieder wird behauptet, dass KiJuPas und ihre erwachsenen Begleitpersonen keine Stellung zu politischen Themen oder Parteien beziehen dürften, sondern sich an ein „Neutralitätsgebot“ oder eine „Neutralitätspflicht“ halten müssten. Diese Behauptung wird politisch oft bewusst eingesetzt, um KiJuPas zu schwächen und junge Stimmen aus dem Diskurs zu drängen. Stimmt diese Behauptung? (Spoiler: NEIN) Zu was sind KiJuPas wirklich verpflichtet? Und wie können wir mit Forderungen nach Neutralität umgehen? Wir werden Antworten auf diese Fragen finden – auch mit Hilfe eines Rechtsgutachtens und einer Handreichung der Akademie, die in Kürze veröffentlicht werden.

Experte: Dominik Neumann-Wächter (Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e. V., Akademie für Kinder- und Jugendparlamente)

Um gut zusammenarbeiten zu können und die eigenen Rechte und Pflichten verbindlich festzulegen, geben sich viele KiJuPas eine Satzung und eine Geschäftsordnung. Darin werden u.a. Ziele und Aufgaben, Mitgliedsrechte, Wahlverfahren, Arbeitsweise, Regeln für die Zusammenarbeit mit der Kommune sowie Finanzierungsfragen aufgeführt. Diese Fragen sind wichtig, aber: Muss all dies in Satzungen und Geschäftsordnungen geregelt werden? Was gehört wirklich in eine Satzung? Und wer ist an der Aushandlung und Erarbeitung und ggf. der Änderung von Satzungen beteiligt – und wer nicht? Wir laden ein zum kollegialen Austausch zu KiJuPa-Satzungen und sprechen darüber, wie Fachkräfte die Gestaltung und Umsetzung von verbindlichen Regelungen begleiten können.

Experte: Christian Brüninghoff (LAG Jugendringe NRW)

Weite Wege, schwache Infrastruktur, wenige Jugendorte: Kinder- und Jugendbeteiligung im ländlichen Raum unterliegt besonderen Herausforderungen, vor allem wenn es um regelmäßige Treffen und Formate wie KiJuPas geht. Denn ja, auch im ländlichen Raum wollen sich junge Menschen engagieren! Wie kann dort der Zugang, wie die Zusammenarbeit in KiJuPas gut funktionieren? Was brauchen Kinder und Jugendliche, damit sie sich einbringen können? Und welche Aufgaben müssen hierfür die Begleitkräfte übernehmen? Wir sprechen darüber,was junge Menschen im ländlichen Raum beschäftigt, wie die Gestaltungsmöglichkeiten für Beteiligung im ländlichen Raum aussehen können und über praktische Ansätze.

Experte: Jan Hennig (Akademiestandort Sachsen-Anhalt)

 

Ein KiJuPa ist nicht einfach eine Kopie eines Erwachsenenparlaments, oder? Im Mittelpunkt dieser Session steht die Frage, wie in Kinder- und Jugendparlamenten jugendgerecht zusammengearbeitet wird: Wie wird diskutiert, wie entstehen Entscheidungen und welche jugendgerechten Methoden helfen dabei, Themen zu bearbeiten? Ebenso geht es um die Zusammenarbeit mit anderen Gremien und Gruppen. Diskutiert werden Erfahrungen, Herausforderungen und praxisnahe Ansätze, die zeigen, wie KiJuPas lebendig gestaltet und nachhaltig begleitet werden können.

Input: Christopher König (Jugendrat Meschede) und Thorsten Kossow (Kinder- und Jugendrat Mörfelden-Walldorf)

Alle anders, alle genau richtig! Diversität im KiJuPa

Die Jugend von heute ist so vielfältig wie noch nie, sagt der 17. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung. Das bedeutet theoretisch, dass diese Vielfalt sich auch in Kinder- und Jugendparlamenten widerspiegeln sollte. Doch: Ist das so? Sind KiJuPas attraktive Orte der Beteiligung für junge Menschen mit Behinderung, mit einer Migrationsgeschichte, für nicht-männliche, nicht-weiße Kinder und Jugendliche, für sozial benachteiligte junge Menschen? Ob bei der Suche nach Kandidat*innen, der Zusammensetzung des KiJuPas, seiner Arbeitsweise und seinen Themen: Wie können Begleitkräfte Vielfalt fördern?

Expertin: Lena Groh-Trautmann (Servicestelle Jugendbeteiligung e.V., Akademiestandort Berlin)

“Dafür gibt’s doch sicher eine App!” Digitale Tools für KiJuPas

Digitale Tools können Kinder- und Jugendparlamente in ihrer Arbeit wirksam unterstützen – von der Organisation über die Zusammenarbeit bis hin zu Entscheidungsprozessen. Im Fokus dieser Veranstaltung steht, welche Tools jugendgerecht und datenschutzkonform eingesetzt werden können und wie sie die Arbeit von KiJuPas sowie deren Begleitkräften erleichtern. Zudem wird beleuchtet, welche Chancen der Einsatz von Künstlicher Intelligenz eröffnet. Vorgestellt und diskutiert werden praxisnahe Beispiele, Möglichkeiten und Grenzen digitaler Unterstützung.

Expertin: Marie-Luise Kutzer (Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern)

Jugendgerechte Städte, jetzt! Beteiligung an Planungsverfahren

Stadtplanung betrifft die Lebenswelten junger Menschen unmittelbar – dennoch bleiben Kinder und Jugendliche bei langfristigen Planungen häufig unberücksichtigt. Dabei sind sie Expertinnen und Experten in Sachen öffentliche Räume, denn sie bewegen sich täglich darin. Die Session beleuchtet, wie Kinder- und Jugendparlamente sinnvoll in Stadtentwicklungsprozesse einbezogen werden können, welche Ansätze eine jugendgerechte Stadtplanung möglich machen und wie konkret für und mit jungen Menschen Räume in der Kommune geschaffen werden können.

Expertinnen: Judith Rädlein und Sureija Gotzmann (Urbaneo – Junges Architekturzentrum Hamburg)

Darüber hinaus gab es bereits schon eine Fortbildungsreihe mit insgesamt elf Terminen im Jahr 2024.

Die Reihe findet im Rahmen der Akademie für Kinder- und Jugendparlamente in Trägerschaft des Arbeitskreises deutscher Bildungsstätten e. V. statt und wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Überschrift Fachkräfte, Mehrere skizzierte, bunte Personen stehen an einem Whiteboard und haben Sprechblasen mit Kaken und Ausrufezeichen